Der Schulplatz
Immer wenn ich Linden seh',
denk' ich an zu Hause.
Denke an die Schülerzeit,
denke an die Pause.
Um den Brunnen tollten wir
unter alten Linden.
Einen Schulplatz dieser Art
wird man keinen finden.
Schulhöfe gibt es viele,
einen Schulplatz nie.
Auf Gen'rationen wirkt er
mit inn'rer Harmonie.
Nicht eingeengt, ganz ohne Zaun,
nach allen Seiten offen;
so lernt man in die Welt zu schan'n,
und für die Zukunft hoffen.
Und wenn die Linden wieder blüh'n,
egal wo ich auch bin;
ganz unbewusst Gedanken zieh'n
zum alten Schulplatz hin.
Alslebener Besonderheit
So jedes Land, ja, jede Stadt,
für sich etwas Beson'dres hat.
Weiß man darum, weiß man sofort,
der Mensch gehört an diesen Ort.
Was Alsleben da zu bieten hat? - ?
Ein Teil Dorf - und ein Teil Stadt
Im Negerdorf kann man auch wohnen,
ein Kaffeebeutel ohne Bohnen,
Bach schreibt man mal "die" - mal "der",
Da fragt man schon :"Wo kommste her ?"
"Ungene rum" sagt ganz gewiss
Nur der, der hier geboren ist.
'Ne Schoßkelle kennt jeder hier,
Auch andre Dinge gibt's noch viele,
wie Franzosenhaus und Pregelmühle.
Das Armenhaus, erstaunlich groß,
ein Rumpeltopp ist nicht für Bier.
vom Schulplatz ein paar Schritte bloß.
Der Kringel Lund die Stichelsburg
geh'n hier auch als einmalig durch.
Und einmalig, das ist bekannt,
die Humpeltreppe im ganzen Land.
Das sind Besonderheiten pur.
Das alles gibt's in Oalslem nur.
Zum Schluß schießt mir dann noch durch's Hirn,
doch was verdammt ist Deiwelszwirn ? !
Der Schulberg
Von oben siehste runter,
von unten siehste rauf.
Bei Bergen ist das üblich,
bei Straßen aber auch ?
Der Schulberg ist sehr holprig
Ist steil, ist krumm und schief.
Im Winter , doch beim Rodeln
ein jeder gern hoch lief.
Mit Rumpeltop und Schlitten,
mit Fassbrettern und Ski,
da ging's den Berg herunter
das machte Spaß — und wie.
Am Turngarten vorbei,
beim Spritzenhaus 'nen Bogen
dann um de Kirche rum,
das schaftste ungelogen.
Doch g'rade runter mit viel Power
knallste gegen die Rathausmauer.
Die alte Saalemühle
Wenn ich so auf der Brücke steh",
und dann so auf mein Oalslem seh',
da wird mir doch auf einmal klar,
was Oalslem ist, und was es war.
Jahrhunderte da vor mir steh'n,
man muss es nur mal richtig seh'n.
In Mitten der Saale steht groß und breit
Die Pregelmühle - aus alter Zeit.
Am Wehr auf der anderen Seite
die Stadtmühle in ganzer Breite.
Nun auch schon alt, nicht destotrotz
ein ungeheuer großer Klotz.
Ihr Brummen überall man hörte,
dass viele es im Schlafe störte.
Die Saalemühle, den neuen Bau
erkennt man dahinter ganz, genau.
Helle Türme in den Himmel ragen;
gewaltig kann man da nur sagen.
Und dann, - der Horizont ist voll
von Windrädern, - das ist schon toll.
Siehst du das alles...(da) biste platt
Oalslem is' - ne Dreimühlenstadt! Oder vier
Die Humpeltreppe - ein bürgerliches Kulturdenkmal von Henner Huhle
1.Es gibt an vielen Orten
viel Schönes oft zu seh\' n;
und weist, beredt mit Worten,
nicht achtlos vorbeizugeh \' n.
2 Sogar in weiter Ferne
sieht man sich alles an,
auch vor der eignen Haustür
man \'was entdecken kann.
3. Die Treppe zwischen Straßen,
eng, holprig, krumm und schief
als Kind konnt\' man nicht lassen,
daß man sie humpelnd lief.
4. Ein bürgerlich\' Kulturdenkmal!
Kein Mensch sich darum schert.
Sie gibt es wirklich nur einmal,
und darin liegt ihr Wert.
F.G. Fesca 1823; Franz Kugler
1826, auf der Rudelsburg
1. An der Saale hellem Strande
stehen Burgen stolz und kühn.
Ihre Dächer sind zerfallen,
und der Wind streicht durch die Hallen,
Wolken ziehen drüber hin.
1. Und In Alsleben an der Saale,
ja da stand mein Vaterhaus.
Doch Ich konnte hier nicht weilen,
musste fort, mußt weiter eilen,
in die Fremde , weit hinaus
2. Doch das Heimweh treibt mich wieder
in das liebe Nest zurück.
Ich seh' all' die kleinen Gassen
Die ich vordereinst verlassen
und empfinde tiefes Glück.
